Forschung | Ressourcenpolitik

Lokale Akteure sehen sich mit zunehmend komplexen Herausforderungen konfrontiert, um sich den Zugang zu lebenswichtigen natürlichen Ressourcen zu sichern. Ferner bildet das Leben im Einklang mit der Natur für zahlreiche gesellschaftliche Gruppen einen wichtigen Aspekt ihrer Identität und Zugehörigkeit. Dies steht in der Regel in unmittelbarem Widerspruch zum industriellen Ressourcenabbau, der in erster Linie auf das Streben nach Macht und Profit seitens ökonomisch ohnehin privilegierter Eliten und transnationaler Akteure zurückzuführen ist. In Antwort darauf entstehen vermehrt lokale Bewegungen, die sich der Expansion ungezügelter extraktiver Aktivitäten widersetzen. Grund hierfür ist mitunter die ungleiche Verteilung ökologischer Risiken, die mit dem Ressourcenabbau einhergehen. Inwieweit unterschiedliche Akteure vom Ressourcenabbau profitieren können, ist sowohl von internen Faktoren, als auch von internationalen Machtasymmetrien abhängig. In diesem Kontext führt der Kampf um natürliche Ressourcen nicht selten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und geopolitischen Spannungen. Ressourcenkonflikte können soziale Bewegungen anstoßen und umformen und das politische Kräfteverhältnis innerhalb von Staaten als auch grenzüberschreitend verschieben. Der Abbau von natürlichen Ressourcen geht aber auch mit neuen Mustern internationaler und interregionaler Kooperation einher. sowohl
Dieses Cluster geht der Frage nach, inwiefern das vorsätzliche Eingreifen in die Natur von gesellschaftlichen Machtverhältnissen geprägt ist und umgekehrt. Ausgehend von einem interdisziplinären Selbstverständnis und auf der Grundlage vergleichender Forschungsmethoden, untersuchen die ForscherInnen des ABI die kontextspezifischen Einflussfaktoren von gesellschaftlichen Konflikten in Verbindung mit sich verändernden Naturverhältnissen. Sie analysieren warum, wie und zu welchem Zweck unterschiedlich aufgestellte Akteure den Abbau von erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Ressourcen gesellschaftlich mobilisieren. Die Forschungsergebnisse bieten Einblick in die wechselseitigen Beziehungen zwischen Institutionen, Normen und Diskurse einerseits, und den ökonomischen, politischen und ökologischen Dimensionen von Ressourcenpolitik andererseits.

Wichtige Publikationen

Fünfgeld, A. (2016): Staatlichkeit als lokale Praxis:Kohleabbau und Widerstand in Indonesien. Berlin [u.a.]:LIT-Verlag. Southeast Asian Modernities No.16.

Fünfgeld, A. (2016): The State of Coal Mining in East Kalimantan: Towards a Political Ecology of Local Stateness. Austrian Journal of South-East Asian Studies (ASEAS, Special Issue on Socio-Ecological Conflicts in Southeast
Asia, 9(1): 147-161.

Kamski, B. (2016). The Kuraz Sugar Development Project. Omo-Turkana Basin Research Network. Briefing Note 1, Lansing, Mich.: Omo-Turkana Research Network, 1-7.

Espinosa, C. (2015). Interpretive Affinities: The Constitutionalization of Rights of Nature, Pacha Mama, in Ecuador, in: Journal of Environmental Policy & Planning. 1-19.

Kamski, B (2015). ‘Wasserressourcen als Konfliktfaktor großflächiger Landtransaktionen’ In: Jäger, T. (ed.) Handbuch Sicherheitsgefahren. Globale Gesellschaft und internationale Beziehungen. Berlin, Heidelberg,
Wiesbaden: Springer VS, S. 83-92.

Espinosa, C. (2014). The Advocacy of the Previously Inconceivable: A Discourse Analysis of the Universal Declaration of the Rights of Mother Earth at Rio+20, in:The Journal of Environment & Development, 23(4), 391-416.

Espinosa, C. (2013). The riddle of leaving the oil in the soil—Ecuador's Yasuní-ITT project from a discourse perspective, in: Forest Policy and Economics, 36, 27-36.

Espinosa, C. (2013). Polinización Cruzada: los Derechos de la Naturaleza en Río+20. Temas de Análisis del Centro Ecuatoriano de Derecho Ambiental (CEDA), (29), 1-10.